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Indach-Photovoltaik: Vorteile, Nachteile und Kosten im Faktencheck

Stand: 29. September 2026 · deSonna BIPV GmbH

Bei der Indach-Photovoltaik ersetzen Solarmodule die Dachziegel. Was das bringt, was es kostet und wo die Grenzen liegen – mit Werten aus Hersteller-Datenblättern statt Schätzungen. deSonna plant und liefert seit 2009 Indach-Photovoltaik für Dachdecker, Zimmereien und Solarteure.

Bergbauernhof in Oberaudorf mit dunklem Solrif-Indachfeld in der roten Ziegeldeckung, Berge im Hintergrund
Solrif-Indachanlage auf einem Bergbauernhof in Oberaudorf: Das Modulfeld ersetzt einen Teil der Ziegel.

Indach-Photovoltaik Vorteile – kurz gesagt

Bei der Indach-Photovoltaik ersetzen Solarmodule die Dachziegel und übernehmen selbst die wasserführende Dacheindeckung. Die wichtigsten Vorteile:

  • Doppelfunktion: Stromerzeuger und Dacheindeckung zugleich – bei Neubau und Sanierung entfallen Ziegel auf dieser Fläche.
  • Flächenbündige Optik: Module liegen in der Dachebene statt auf Haken darüber.
  • Geringe Windangriffsfläche: kein Luftspalt, unter den der Wind greifen kann.
  • Leicht: rund 12 bis 16 kg pro m² Modulfläche.
  • Robust: Glas-Glas-Module, hohe Schneelasten, laut Herstellerangaben Hagelwiderstand bis Klasse 5.
  • Auch für flache Dächer: Solrif ist ab 10° Dachneigung freigegeben.
  • Reparaturfreundlich: einzelne Module lassen sich tauschen.
  • Lange Garantien: bis zu 30 Jahre auf Modul und Leistung.

Dem stehen höhere Kosten bei bestehenden Dächern, ein etwas höherer Temperatureinfluss und mehr Planungsaufwand gegenüber. Am meisten lohnt sich Indach-PV bei Neubau und Dachsanierung.

Was ist Indach-Photovoltaik?

Indach-Photovoltaik ist eine Form der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV), bei der Solarmodule die Dacheindeckung ersetzen. Die Module werden auf der Dachlattung montiert, greifen wie Ziegel ineinander und leiten Regenwasser ab. Seitlich und oben schließen Blecheinfassungen an die übrige Eindeckung an. Bei der Aufdach-Montage bleibt die Eindeckung dagegen erhalten, und die Module sitzen auf Dachhaken darüber.

Ein seit Jahren etabliertes Indach-System ist Solrif® der Ernst Schweizer AG: ein Rahmensystem, in das verschiedene Hersteller ihre Module einbauen – bei deSonna SoliTek, ACTIV'GLASS und die Sonnenstromfabrik (Exklusivvertrieb). Solrif gibt es als Solrif N und Solrif D; sie unterscheiden sich im Rahmen- und Randprofil und damit in den Montagebügeln, die Montage ist laut Hersteller identisch.

Norm: Was sagt die EN 50583?

Die europäische Norm EN 50583 regelt die Anforderungen an Photovoltaik in Gebäuden. Indach-Module fallen dort in der Regel unter Kategorie A: geneigte, dachintegrierte Anwendungen, die vom Gebäudeinneren aus nicht zugänglich sind. Das Sonnenstromfabrik-Modul „Integration N" ist zum Beispiel ausdrücklich als BIPV-Typ nach EN 50583, Kategorie A, ausgewiesen.

Solrif-Indachfeld mit dunklen Glas-Glas-Modulen und seitlicher Blecheinfassung, Gartenstadt Murnau
Flächenbündig mit Blecheinfassung zur übrigen Dachfläche – Referenz Gartenstadt Murnau.

Indach-PV in Zahlen

Viele Ratgeber bleiben bei „robust" und „etwas teurer". Diese Werte stammen aus den Datenblättern und der Montageanleitung der Systeme, die deSonna führt.

Zulässige Dachneigung Solrif: 10 bis 75 Grad Viertelkreis von 0 bis 90 Grad. Der Bereich von 10 bis 75 Grad ist orange markiert. Gestrichelte Linien bei 20 und 25 Grad zeigen die Mindestneigung, die in vielen Ratgebern pauschal genannt wird. 10° 75° oft genannt: 20–25° Solrif 10° bis 75° mit Folienunterdach · Montageanleitung Ernst Schweizer AG
  • Dachneigung
    10° bis 75° (mit Folienunterdach)
  • Flächengewicht Modul
    ca. 12 bis 16 kg/m² je nach Modultyp
  • Hagelwiderstand
    HW 3 bis Klasse 5 laut Herstellerangaben
  • Temperaturkoeffizient
    −0,29 bis −0,39 %/K
  • Garantie Modul
    bis 30 Jahre Produkt und Leistung
  • Kosten
    ca. 350–550 €/m² ADAC, 07/2026
Alle Kennzahlen mit Quellen anzeigen
Kennzahlen Indach-Photovoltaik am Beispiel Solrif
KennwertWertQuelle
Zulässige Dachneigung10° bis 75° (mit Folienunterdach)Montageanleitung Solrif, Ernst Schweizer AG, 11/2022
Flächengewicht Modulca. 12,0 kg/m² (Sonnenstromfabrik Integration N 445 Wp)
ca. 13,2 kg/m² (SoliTek Solrif N 435 W)
ca. 16,3 kg/m² (SoliTek Solrif D 435 W)
Datenblätter; Gewicht geteilt durch Modulfläche
Hagelwiderstand (Herstellerangabe)HW 3 (Sonnenstromfabrik Integration N) bis Klasse 5 / HW5 (SoliTek Solrif D, ACTIV'GLASS SolarTerra)Datenblätter der Hersteller; Angaben je Modultyp beim Hersteller prüfen
Mechanische Last (Prüflast Schnee)8.100 Pa (Solrif N) bzw. 10.500 Pa (Solrif D)Datenblätter SoliTek
Temperaturkoeffizient Leistung−0,29 bis −0,39 %/KDatenblätter SoliTek, Sonnenstromfabrik, ACTIV'GLASS
Garantie Modulbis 30 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie (SoliTek: 90 % Leistung nach 30 Jahren)Datenblätter / Garantiebedingungen der Hersteller
Garantie Montagesystem10 Jahre auf die Solrif-MaterialienGarantieerklärung Ernst Schweizer AG
BrandverhaltenNachweis „harte Bedachung" vorhanden (Sonnenstromfabrik Integration N: P-BWU03-I-16.3.237)Datenblatt Sonnenstromfabrik
Kosten (Marktspanne)ca. 1.500–2.300 €/kWp bzw. 350–550 €/m², meist 10–20 % über AufdachADAC, 07/2026

Indach-Photovoltaik: die 8 Vorteile im Detail

Klicken Sie auf einen Vorteil für Details und Belege.

Ein Bauteil statt zwei

Dacheindeckung und Kraftwerk in einem

Das Indach-Modulfeld ist gleichzeitig die wasserführende Dacheindeckung. Bei Neubau oder Neueindeckung entfallen auf der Modulfläche die Dachziegel, ihre Lieferung und Verlegung sowie die Dachhaken der Aufdach-Montage. Das ist der Grund, warum Indach-PV im Neubau wirtschaftlich mit „Ziegeldach plus Aufdach-Anlage" mithalten kann, im Bestand aber meist teurer ist (siehe Kosten). Laut Hersteller ist die Solrif-Anlage ausdrücklich für die Stromerzeugung und als Witterungsschutz ausgelegt.

Flächenbündige Optik

Geschlossene Dachfläche, auch für anspruchsvolle Architektur

Die Module liegen in der Dachebene und bilden eine geschlossene, ruhige Fläche ohne sichtbare Dachhaken oder Aufbauhöhe. Mit Blindmodulen lassen sich Restflächen, Kamine und Dachfenster optisch einheitlich einbinden. Für historische Gebäude gibt es farbige Glasmodule, etwa ACTIV'GLASS SolarTerra in Terracotta oder Kupfer. Der Hersteller hat sie eigens für Altbauten und denkmalnahe Dächer entwickelt.

Wichtig: Bei Denkmalschutz ist die Optik ein Argument, aber keine Genehmigung. Die zuständige Denkmalbehörde muss zustimmen.

Geringe Windangriffsfläche

Kein Spalt zwischen Modul und Dach

Aufdach-Module stehen mit Abstand über den Ziegeln. Unter diesen Spalt kann der Wind greifen und Sog erzeugen. Indach-Module liegen in der Dachebene, sodass dieser Angriffspunkt entfällt. Die Lasten nehmen Montagebügel und Lattung auf. Im Solrif-System entstehen Stückliste und CAD-Plan dafür mit einem Planungswerkzeug (Solar.Pro.Tool). Als Auslegungslast Wind gibt das Sonnenstromfabrik-Datenblatt zum Beispiel 1.600 Pa an (Prüflast 2.400 Pa).

Leicht und gleichmäßig verteilt

Rund 12 bis 16 kg pro m² Modulfläche

Ein Indach-Modul wiegt je nach Typ rund 12 bis 16 kg pro Quadratmeter. Das liegt deutlich unter dem Flächengewicht üblicher Ton- und Betondachziegel. Die Last verteilt sich gleichmäßig über die Lattung, statt punktuell auf Dachhaken zu wirken. Bei der Aufdach-Montage kommt das Modulgewicht dagegen zum Gewicht der Ziegel hinzu.

Robust gegen Hagel und Schnee

Glas-Glas-Aufbau, hohe Prüflasten

Indach-Module übernehmen die Funktion der Dachhaut und sind deshalb meist als Glas-Glas-Module aufgebaut, bei denen die Zellen zwischen zwei gehärteten Gläsern liegen.

  • Hagel: Die Hersteller geben für ihre Indach-Module Hagelwiderstandsklassen an – im deSonna-Sortiment von HW 3 (Sonnenstromfabrik Integration N, 30-mm-Hagelkorn) bis Klasse 5 (laut Datenblatt SoliTek Solrif D sowie ACTIV'GLASS SolarTerra, 50-mm-Hagelkorn). Maßgeblich ist immer das Datenblatt bzw. Zertifikat des konkreten Modultyps.
  • Schnee: Die Prüflasten liegen bei 8.100 Pa (Solrif N) bzw. 10.500 Pa (Solrif D). Für Standorte mit hoher Schneelast gibt es ein eigenes Merkblatt des Systemherstellers.

Auch für flach geneigte Dächer

Solrif ab 10° statt pauschal 20 bis 25°

Häufig liest man, Indach-PV brauche mindestens 20 bis 25° Dachneigung. Für Solrif stimmt das nicht: Die Montageanleitung erlaubt Dachneigungen von 10° bis 75°, sofern ein Folienunterdach vorhanden ist. Je flacher das Dach, desto breiter wird die Abschlussschürze am unteren Feldrand (300 mm ab 30°, dreimal 300 mm ab 10°). Andere Systeme haben andere Grenzwerte – maßgeblich ist immer die Anleitung des jeweiligen Systems. Flachdächer sind für Indach-PV nicht geeignet.

Einzelne Module lassen sich tauschen

Ohne das Feld abzudecken

Ein verbreiteter Einwand lautet, Reparaturen seien bei Indach-PV aufwendig. Bei Solrif lässt sich ein defektes Modul aber einzeln tauschen, ohne das Feld abzudecken: Das Nachbarmodul wird angehoben und mit einem Holzkeil fixiert, das defekte Modul nach oben aus den Montagebügeln geschoben und nach unten herausgezogen. Das Ersatzmodul wird auf demselben Weg eingesetzt. Der Ablauf ist in der Montageanleitung Schritt für Schritt beschrieben. Das Modul muss dafür maßlich zum System passen, deshalb lohnt es sich, Ersatzmodule oder die exakte Typenbezeichnung zu dokumentieren.

Lange Garantien und geprüfte Qualität

Bis zu 30 Jahre auf Modul und Leistung
  • SoliTek Solrif: 30 Jahre Produktgarantie, 30 Jahre Leistungsgarantie mit 90 % Restleistung nach 30 Jahren.
  • Sonnenstromfabrik Integration N: 20 Jahre Produktgarantie, 30 Jahre lineare Leistungsgarantie.
  • Solrif-Montagesystem: 10 Jahre Garantie der Ernst Schweizer AG auf die gelieferten Materialien. Das System ist von TÜV Rheinland zertifiziert (Zertifikat R 60150494).

Die Garantien auf Modul und Montagesystem liegen bei verschiedenen Herstellern. Für Fachbetriebe ist es deshalb wichtig, aufeinander abgestimmte Komponenten eines Systems zu verbauen.

Schwarze Solrif-Indachmodule auf einem Steildach mit eingebundener Dachgaube
Gauben und Anschlüsse lassen sich in die Modulfläche einbinden.
Rote Indach-Solarmodule in Ziegeloptik auf einem Satteldach
Farbige Indach-Module passen sich an rote Ziegeldächer an.

Nachteile der Indach-Photovoltaik – ehrlich eingeordnet

Kein System ist für jedes Dach die beste Wahl. Die folgenden Nachteile sind real, lassen sich aber einordnen.

Höhere Kosten bei bestehenden Dächern

Meist 10–20 % über Aufdach

Wie groß? Laut ADAC ist eine Indach-Anlage meist 10–20 % teurer als eine Aufdach-Anlage. Ist das Dach noch intakt, müssen Ziegel abgedeckt und entsorgt werden.

Was hilft? Indach-PV mit ohnehin geplanter Neueindeckung oder dem Neubau verbinden.

Höhere Modultemperatur

Etwas weniger Ertrag an heißen Tagen

Wie groß? Ohne Luftspalt über den Ziegeln werden Indach-Module im Sommer wärmer. Bei −0,30 %/K kostet ein um 10 K wärmeres Modul im Moment rund 3 % Leistung, bei −0,39 %/K rund 3,9 %. Über das Jahr ist der Ertragsverlust kleiner, weil der Effekt nur bei starker Sonne voll wirkt. Der ADAC nennt „bis zu 5 %".

Was hilft? Module mit niedrigem Temperaturkoeffizienten wählen (z. B. N-Typ-TOPCon mit −0,30 %/K). Ältere Ratgeber gehen noch von rund −0,5 %/K aus.

Mehr Planung, zwei Gewerke

Dachdecker und Elektrofachkraft arbeiten zusammen

Wie groß? Dachdecker bzw. Zimmerei und Elektrofachkraft müssen zusammenarbeiten. Lattungsplan, Strangplan, Blitzschutz und Erdung sind vorab festzulegen.

Was hilft? Planung mit dem Systemwerkzeug (Solar.Pro.Tool) inklusive Stückliste und CAD-Plan. deSonna unterstützt Fachbetriebe bei der Auslegung.

Nicht jede Eindeckung passt ohne Weiteres

Blecheinfassung für Falzziegel ausgelegt

Wie groß? Die Solrif-Blecheinfassung ist für typische Falzziegel konzipiert und getestet. Bei anderen Eindeckungen muss eine Fachperson den Anschluss beurteilen.

Was hilft? Übergangsbleche durch den Dachspengler bzw. Klempner anfertigen lassen. Blech- und Bitumendächer sind in der Regel keine Indach-Kandidaten.

Kein Flachdach

Indach-PV braucht ein geneigtes Dach

Wie groß? Indach-PV braucht ein geneigtes Dach (Solrif: ab 10°).

Was hilft? Auf Flachdächern Aufständerung oder Aufdach-Lösungen nutzen.

Spätere Änderungen aufwendiger

Dachfenster und Erweiterungen früh einplanen

Wie groß? Ein nachträgliches Dachfenster oder eine Erweiterung greift in die Dachhaut ein.

Was hilft? Dachfenster, Kamine und mögliche Erweiterungen von Anfang an einplanen und mit Blindmodulen umschließen.

Dachdecker verlegt Kabel auf der Lattung eines Daches während der Montage einer Solrif-Indachanlage
Montage auf der Lattung: Dach- und Elektroarbeiten greifen ineinander.

Indach, Aufdach oder Solardachziegel?

KriteriumAufdach-PVIndach-PV (z. B. Solrif)Solardachziegel
FunktionModule über der bestehenden EindeckungGroßformatige Module ersetzen die EindeckungKleinformatige Solarelemente ersetzen einzelne Ziegel
OptikAufgesetzt, sichtbare AufbauhöheFlächenbündig, geschlossene FlächeKleinteilig, ziegelähnlich
Kosten Bestandsdacham günstigstenmeist 10–20 % teurer (ADAC)je nach Produkt
Kosten Neubau/SanierungZiegel + AnlageZiegel entfallen auf der ModulflächeZiegel entfallen auf der Fläche
MontageEinfach, meist Solarteur alleinDachdecker bzw. Zimmerei + ElektroViele Einzelelemente und Steckverbindungen
Hinterlüftung / Temperaturam bestenetwas geringerje nach Produkt
WindangriffsflächeSpalt zwischen Modul und Dachin der Dachebenein der Dachebene
Geeignet fürBestandsdächer mit intakter EindeckungNeubau, Neueindeckung, ArchitekturDenkmal und kleinteilige Dachflächen

Kosten der Indach-Photovoltaik und Steuern

350–550 €/m²

bzw. rund 1.500 bis 2.300 € pro kWp für Indach-Anlagen, meist 10–20 % mehr als Aufdach (ADAC, 07/2026). Dieser Vergleich greift aber zu kurz, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird.

Nullsteuersatz gilt auch für Indach

Das Bundesfinanzministerium stellt klar: „Die Regelungen zum Nullsteuersatz gelten in gleicher Weise für dachintegrierte und gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen." Begünstigt sind nur Kosten, die direkt der Photovoltaikanlage zuzuordnen sind, nicht allgemeine Dacharbeiten auf der übrigen Fläche. Die Aufteilung im Einzelfall klären Betreiber und Fachbetrieb am besten mit ihrer Steuerberatung.

So vergleichen Sie richtig: Rechenweg für Neubau und Dachsanierung

  1. Variante Aufdach: Kosten der Ziegeleindeckung für die gesamte Dachfläche plus Kosten der Aufdach-Anlage (inkl. Dachhaken und Schienen).
  2. Variante Indach: Kosten der Ziegeleindeckung nur für die Restfläche plus Kosten der Indach-Anlage (inkl. Blecheinfassung und ggf. Blindmodulen).
  3. Differenz bilden und die Ertragsdifferenz durch den Temperatureinfluss gegenrechnen.

Je größer der Anteil der Dachfläche, den die Module belegen, desto mehr Ziegelfläche entfällt und desto besser schneidet Indach ab. Bei einer Ganzdachlösung mit Blindmodulen entfällt die Ziegeldeckung auf der belegten Dachseite vollständig.

Voraussetzungen am Dach: Checkliste

Für das Solrif-System nennt die Montageanleitung der Ernst Schweizer AG folgende Anforderungen:

  • Dachneigung 10° bis 75°, bei Folienunterdach
  • Unterspann- bzw. Unterdeckbahn gegen Kondensat und Feuchte gemäß ZVDH bzw. SIA 232/1, temperaturbeständig bis 80 °C
  • Holzunterkonstruktion wie beim Ziegeldach oder auf vertikaler Konterlattung, Festigkeitsklasse C24
  • Ebenheit der Unterkonstruktion: maximal 0,5 % Abweichung (5 mm pro Meter)
  • Anschluss an die Eindeckung: Blecheinfassung für typische Falzziegel. Andere Eindeckungen, Dachränder und Dachaufbauten beurteilt eine Fachperson.
  • Planungsunterlagen vor Montagebeginn: Solar.Pro.Tool-Dokumentation mit Stückliste und CAD-Plan, Strangplan, Blitzschutz-, Erdungs- und Potenzialausgleichskonzept, Dachplan

Auf Baustellen gilt außerdem: Verlegte Module nicht betreten, da sonst Zellbrüche und Leistungsverluste drohen. Arbeiten an der elektrischen Anlage führen ausschließlich Elektrofachkräfte aus.

Nahaufnahme einer Solrif-Indachfläche mit schwarzen Glas-Glas-Modulen vor bewölktem Himmel, Murnau
Fertige Modulfläche: Die Module greifen wie Ziegel ineinander.

Für wen lohnt sich Indach-Photovoltaik?

  • Neubau mit geneigtem DachIndach prüfenZiegel entfallen, gute Chancen auf Kostengleichheit mit Aufdach.
  • Dach muss ohnehin neu gedeckt werdenIndach prüfenGleiches Argument wie im Neubau.
  • Architektonischer Anspruch, Ortsbild, DenkmalIndachGgf. mit farbigen Modulen – Genehmigung einholen.
  • Flache Neigung zwischen 10° und 20°Indach mit Solrif möglichUnterdach-Anforderungen beachten.
  • Intaktes Ziegeldach, Budget im VordergrundAufdachist meist günstiger.
  • Flachdach, Blech- oder BitumendachKein IndachAndere Montagearten wählen.

Indach-Photovoltaik in der Praxis

Ausgewählte Solrif-Projekte. Weitere Beispiele finden Sie bei den Solrif-Referenzen.

Indach-Photovoltaik bei deSonna

deSonna ist auf bauteilintegrierte Photovoltaik spezialisiert und liefert ausschließlich an Fachbetriebe: Dachdecker, Zimmereien, Solarteure, Bauträger und Gewerbe in Deutschland und Österreich. Im Sortiment finden Sie das komplette Solrif-Indachsystem mit Montagebügeln, Randprofilen, Schneefang und Zubehör, dazu Indach-Module von SoliTek, ACTIV'GLASS und der Sonnenstromfabrik (Exklusivvertrieb), passende Blindmodule sowie Wechselrichter von REFU und APsystems.

Für Fachbetriebe

Solrif-Systeme, Indach-Module und Zubehör aus einer Hand. Unser Projektteam unterstützt Sie bei Auslegung und Materialliste.

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Für Bauherren und Immobilieneigentümer

deSonna verkauft nicht direkt an Privatkunden. Wir vermitteln Sie aber gern und unverbindlich an einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe – unser Netzwerk umfasst über 100 Fachpartner in Deutschland und Österreich.

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Häufige Fragen zu den Vorteilen der Indach-Photovoltaik

Was sind die Vorteile von Indach-Photovoltaik?

Indach-Module ersetzen die Dacheindeckung. Das spart bei Neubau und Sanierung Ziegel und deren Verlegung. Sie liegen flächenbündig in der Dachebene, bieten Wind wenig Angriffsfläche, wiegen nur rund 12 bis 16 kg/m², sind als Glas-Glas-Module laut Herstellerangaben bis Hagelklasse 5 erhältlich und lassen sich einzeln tauschen. Mit Solrif sind Dachneigungen ab 10° möglich.

Was sind die Nachteile von Indach-Photovoltaik?

Auf bestehenden Dächern ist Indach-PV meist 10–20 % teurer als Aufdach, weil die alte Eindeckung entfernt werden muss. Die Module werden etwas wärmer, was den Ertrag leicht mindert. Planung und Montage erfordern die Zusammenarbeit von Dachdecker und Elektrofachkraft. Flachdächer sind nicht geeignet.

Welche Dachneigung braucht eine Indach-PV-Anlage?

Das hängt vom System ab. Das Solrif-System ist laut Montageanleitung für 10° bis 75° Dachneigung freigegeben, sofern ein Folienunterdach vorhanden ist. Allgemeine Angaben wie „mindestens 20 bis 25°" gelten nicht für jedes System.

Wie viel Ertrag verliert eine Indach-Anlage durch die fehlende Hinterlüftung?

Ein Modul mit einem Temperaturkoeffizienten von −0,30 %/K liefert bei 10 K höherer Temperatur rund 3 % weniger Momentanleistung. Über das Jahr fällt der Verlust geringer aus, weil hohe Modultemperaturen nur bei starker Sonne auftreten. Der ADAC nennt einen Ertragsverlust von bis zu 5 %. Moderne N-Typ-Module mit niedrigem Temperaturkoeffizienten verringern den Effekt.

Ist eine Indach-Photovoltaikanlage dicht?

Ja, fachgerecht montiert übernimmt das Modulfeld die wasserführende Funktion der Dacheindeckung. Voraussetzung ist ein geeignetes Unterdach: Das Solrif-System verlangt eine Unterspann- bzw. Unterdeckbahn gegen Kondensat und Feuchte nach ZVDH bzw. SIA, temperaturbeständig bis 80 °C. Die Anschlüsse an die übrige Eindeckung werden mit Blecheinfassungen hergestellt.

Kann man bei Indach-PV einzelne Module austauschen?

Ja. Beim Solrif-System wird das Nachbarmodul angehoben, das defekte Modul aus den Montagebügeln geschoben und herausgezogen, das Ersatzmodul auf demselben Weg eingesetzt. Das Feld muss dafür nicht abgebaut werden.

Ist Indach-Photovoltaik günstiger als Aufdach?

Auf einem intakten Dach nein: Dort ist Aufdach meist günstiger. Bei Neubau oder Neueindeckung entfallen dagegen die Ziegel auf der Modulfläche, sodass Indach wirtschaftlich gleichziehen kann. Maßgeblich ist der Vergleich „Ziegeldach plus Aufdach-Anlage" gegen „Indach-Anlage plus Ziegel auf der Restfläche".

Gilt der Nullsteuersatz auch für Indach-Anlagen?

Ja. Laut Bundesfinanzministerium gelten die Regelungen zum Nullsteuersatz in gleicher Weise für dach- und gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen. Begünstigt sind aber nur die Kosten, die direkt der PV-Anlage zuzuordnen sind, nicht allgemeine Dacharbeiten.

Wie hagelfest sind Indach-Module?

Das hängt vom Modul ab. Die Hersteller im deSonna-Sortiment geben Hagelwiderstandsklassen von HW 3 (30-mm-Hagelkorn, z. B. Sonnenstromfabrik Integration N) bis Klasse 5 (50-mm-Hagelkorn, laut Datenblatt z. B. SoliTek Solrif D und ACTIV'GLASS SolarTerra) an. Für den konkreten Modultyp gilt das jeweilige Datenblatt bzw. Zertifikat.

Ist Indach-PV für denkmalgeschützte Gebäude möglich?

Technisch ja. Für historische Dächer gibt es farbige Module in Terracotta- oder Kupferoptik. Ob eine Anlage zulässig ist, entscheidet aber die zuständige Denkmalbehörde. Die Genehmigung sollte vor der Planung eingeholt werden.

Quellen